GOTT UNTER UNS

Liebe Leser!

Einladend und liebevoll wird das Gästezimmer hergerichtet, das Haus geputzt. Die Wohnung, als auch ihre Bewohner, zeigen sich von ihrer besten Seite. Der Gast soll sich wohlfühlen.

Aber je länger ein Gast bleibt, desto mehr drängt sich der Gedanke auf, wann er wieder geht!? Besonders dann, wenn im Vorfeld An- und Abreise nicht klar kommuniziert werden. Was, wenn der Gast nicht mehr geht oder sogar plötzlich einzieht?
Dann würde man teilen und sich arrangieren müssen, wenn man ihn nicht vor die Tür setzt.

Anders bei einem jungverliebten Paar, das sich freut, wenn der Partner zu Besuch kommt und dann zur gemeinsamen Ehe endlich einzieht. Es entsteht der Wunsch, dass aus dem Gaststatus ein Bewohner wird.
Man wünscht sich die Nähe und das gemeinsame Leben, man lebt die gegenseitige Liebe.

Wie sieht es in unserem Inneren des Lebens aus? Wer ist da schon alles zu Gast gewesen? Wir sind froh, dass mancher Gast weitergezogen ist – ich denke da beispielsweise an die gescheiterten Antworten auf den Sinn des Lebens.
Andere Gäste sind geblieben, wie der Hass und die Lieblosigkeit, die Enttäuschung, der Frust und Unfriede, die man alle mal ins Herz (auf Zeit) reingelassen hat. Man sucht Kompromisse, setzt ein Ultimatum, aber die Unzufriedenheit zieht nicht aus und das Leben führt mit der Zeit zur Bitterkeit.
Das Gästezimmer im Herzen reicht nicht mehr aus, und die negativen „Gäste“ breiten sich überall im Leben aus.

In der Advent- und Weihnachtszeit werden wir an die Ankunft des Retters erinnert.
Er hat sich angekündigt, (wieder) zu uns zu kommen. Er bringt Frieden und Rettung für unsere Seelen. Er bringt Licht und Liebe ins Dunkel des Lebens.

Doch Jesus Christus, der Heiland, kündigt sich nicht als Gast an, sondern er will bei uns wohnen! Gott selbst will unter uns sein!
Gott kündigt sich an durch den Propheten Sacharja im Alten Testament und sagt (Sacharja 2,14): „Freue dich und sei fröhlich, du Tochter Zion (eine poetische Bezeichnung für Jerusalem)! Denn siehe, ich komme und will bei dir wohnen, spricht der Herr.“

Wie gut, dass Gott kein Gast ist, der wieder geht, sondern bei uns wohnen möchte. Seine Liebe soll unser Leben verändern. Dazu passen kein Hass, keine Bitterkeit, keine Hoffnungslosigkeit und auch kein Unfriede.
Gottes Licht ist stärker als diese negativen Emotionen, die unser Leben so dunkel machen. Sie fliehen vor dem Licht Gottes und müssen ausziehen.
Jesus macht unser Leben hell. Mit Jesus zu leben macht froh!
Gottes Gegenwart soll auch unser Leben erfüllen. Wir müssen nicht vorher unser Leben blitzeblank sauber putzen. Das macht Jesus für uns! Er räumt auf und macht es wohnlich durch seine Vergebung, Gnade und Barmherzigkeit. Er wäscht alles Böse in unserem Leben weg.

Ist Jesus in Ihrem Leben schon angekommen? Er klopft heute an. Öffnen Sie ihm Ihre Herzenstür. Er will auch bei Ihnen wohnen.

Gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!
Es grüßt herzlich, Ihr Prediger

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Matthias Flaßkamp