An(ge)dacht

Mensch,
bist du wertvoll!

Hat Dir das heute schon jemand gesagt? Noch nicht? Dann will ich es tun: Mensch, bist Du wertvoll!

Du bist vielleicht überrascht und fragst, wie ich dazu komme? Natürlich sehe ich auch, wie der Wert des einzelnen in unserem Alltag immer geringer wird. Wer die Zeitung liest und die Berichterstattung im Fernsehen verfolgt, kommt zu dem Schluss: Die Menschenverachtung ist groß!

Wer im Arbeitsprozess seine Leistung nicht mehr bringt, wird entlassen. Wenn es um Einsparungen geht, wird zuerst überlegt, welcher Mitarbeiter eingespart werden kann. Viele alte Menschen haben das Gefühl, aufs Abstellgleis geschoben zu werden. Kranke Menschen erleben, dass sie isoliert und vergessen werden. Dass 40.000.000 (in Worten „vierzig Millionen“) Menschen jährlich den Hungertod sterben (110 Tausend am Tag), interessiert kaum jemanden.

Andererseits gibt es Menschen (ich denke zum Beispiel an Fußballer, Schauspieler und Musiker), für die Millionenbeträge gezahlt werden. Manche sind so begehrenswert, dass man sich um sie reißt und sie auf keiner Party fehlen dürfen. Andere dagegen leiden ständig unter Minderwertigkeitskomplexen. Es gibt in unserer Gesellschaft Schönheitsideale, denen die meisten nicht entsprechen. Man könnte sich zum Ausgleich Statussymbole zulegen, aber was soll jemand machen, wenn ihm die finanziellen Mittel dazu fehlen?

Ich sag es noch einmal: Mensch, bist Du wertvoll!
Du fragst Dich, woher ich das weiß? Nun, Du weißt sicher, dass es im Leben keinen Wert an sich gibt.
Auf den Maßstab kommt es an. Der reine Materialwert kann es nicht sein. Wir bestehen als Menschen vorwiegend aus Wasser, Kalk, Phosphor und weiteren chemischen Elementen. Die sind aber zusammengenommen nur ein paar Euro wert. Dass sich der Wert eines Menschen nach seinem Nutzen misst, muss leidenschaftlich bestritten werden.
Mein Maßstab als Christ ist die Bibel. Hier findet sich der Zuspruch:
„Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.“
(1. Korinther 7,23)

Glaub es – für Gott bist Du so wertvoll, dass er den höchsten nur denkbaren Preis bezahlt hat.

Es stimmt, dass in Amerika die Sklaverei abgeschafft ist. Trotzdem gibt es noch viele moderne Formen der Sklaverei: Die einen kommen von ihrem „Glimmstengel“ nicht los, die anderen sind total abhängig von der Meinung anderer.
Aber die schlimmste Sklaverei wird uns erst bewusst, wenn wir uns im Licht Gottes sehen: Unsere Abhängigkeit von der Sünde und die Bindung an die Macht des Bösen.

Mit dem Moralischen hat das nichts zu tun. Wir haben dem Teufel nicht nur den kleinen Finger gereicht; er hat uns voll und ganz im Griff. Es ist wie in „Onkel Toms Hütte“: Aus der Sklaverei kommt nur der frei, für den der geforderte Kaufpreis bezahlt wird. Gott hat seinen einzigen Sohn auf die Welt geschickt. Der hat sich aus Liebe selbst dahingeblättert, als er unschuldig am Kreuz starb. Das war der Preis, den Gott zu zahlen bereit war.

Jetzt sind wir frei! Wer seine Freiheit nicht annimmt, bleibt bis zu seinem Tode unfrei!
Nur der ist richtig frei, der seinem Befreier die Treue hält.
Kinder sind frei, wenn sie sich geliebt wissen. Christen entfalten sich frei, wenn sie sich von Gott lieben lassen.Wer sich wieder von der Meinung anderer oder vom Zeitgeist abhängig macht, verliert seine Freiheit. Damit wir unsere Freiheit nicht mehr verspielen, müssen wir den Preis im Auge behalten, den Gott für uns gezahlt hat.

Darum noch einmal:
„Ihr seid teuer erkauft; werdet nicht der Menschen Knechte.“
(1. Korinther 7,23)

Hartmut Stropahl

 

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