UNSICHTBAR UND UNERHÖRT?

Liebe Leser,

jemand meinte einmal, dass es für manche Ehepaare ein Segen sei, wenn mit zunehmendem Alter Seekraft und Hörvermögen nachlassen.
Die Unzulänglichkeiten des Ehepartners seien nicht mehr so sichtbar. Und außerdem könne man die Hinweise des anderen zu den eigenen Fehlern und Macken einfach überhören. Manches Geschimpfe wäre besser auszublenden.

Nur als Scherz gedacht, geht es doch in manchen Beziehungen genau so zu: „Er hört mir gar nicht richtig zu!“ oder „Interessiert sie sich überhaupt dafür, wie es mir geht?“
Es ist ein echtes Problem, wenn man sich in einer Beziehung oder einer Freundschaft nicht mehr wahrnimmt oder sich nicht mehr wahrgenommen fühlt. Wenn das nicht angepackt wird, entfernt man sich immer mehr voneinander. So oft heißt es dann: „Wir haben uns auseinandergelebt“. Eine schier ausweglose Situation.

In einer scheinbar ausweglosen Situation war auch der König Hiskia, der von einem übermächtigen Feind umzingelt war. Das Volk Israel hatte keine Chance gegen die starken Assyrer.
Und Gott? Sah er nicht die Not seines Volkes? Hörte er nicht ihre Verzweiflung? Scheinbar war Gott in die Jahre gekommen. Scheinbar haben seine Ohren und seine Augen nachgelassen. Genau das denken viele in unseren Tagen wohl ebenso. Für sie ist Gott nur noch ein G.O.T.T. – ein „guter Opa total taub“.

Die Geschichten vom gewaltigen Handeln Gottes und seinen Wundern erscheinen so alt, so unglaublich, so aus der Zeit gefallen. Daran kann man doch heute nicht glauben, oder?

Wo ist denn Gottes Eingreifen in der aktuellen Pandemie? Wo sind denn die wundersamen Heilungen auch in unserer Gemeinde, in unserem Umfeld? Ist uns Gott nicht auch fremd geworden? Haben wir uns auseinandergelebt?

Und hier der Gedanke, der uns heraushilft und unseren Blick weitet:
In der beschriebenen schwierigen Situation geht Hiskia in den Tempel und betet.

Er macht auf sich aufmerksam:
„Neige, Herr, dein Ohr und höre! Öffne, Herr, deine Augen und sieh her!“ lesen wir in 2. Könige 19,16. Der König Hiskia redet nicht über Gott, sondern mit Gott.

Für Hiskia ist sein Gott noch immer der Herr mit Macht über jede Situation. Er betet, weil er weiß, dass Gott interessiert ist an ihm. Er nimmt Gott beim Wort.

Und tatsächlich – Gott schlägt die Assyrer vernichtend. Ach, würde Gott doch die Feinde um uns und in uns so mächtig besiegen!

Der erste Schritt heraus ist die Grundregel in der Heilung von kaputten Beziehungen:
nicht übereinander, sondern miteinander reden.
Natürlich ist es wichtig, gerade als Nachfolger Jesu über Gott zu reden und von ihm Zeugnis zu geben.
Grundlegender ist jedoch, dass wir mit Gott reden. Das wird unsere Sicht auf Probleme und unsere Krisen verändern. Das wird uns verändern. Das wird diese Welt verändern.

Können wir das auch in unserer Beziehung zu Gott neu lernen?
Lasst uns diese Lektion von Hiskia neu erkennen: Reden mit Gott verändert die Welt!
Denn Gott hört, was Du ihm sagst. Und Gott sieht, was Du ihm von Dir zeigst.
Und Du darfst gespannt sein, wie Gott antwortet.

Jemand sagte einmal: „Wenn man die Bibel liest, gewinnt man Erkenntnisse. Wenn man betet, macht man Erfahrungen.“
Ich bin gespannt auf unseren „Erfahrungsaustausch“!

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Hauke Magnussen